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Nano Innovation Award für drei Promotionsarbeiten

20.07.2026

Die Bausteine des Lebens im Nanomaßstab: Nachwuchsforscher aus dem CeNS-Netzwerk gewürdigt

Einzelmolekülmikroskopie, KI-gestützte Nanomedizin und lichtsteuerbare DNA-Strukturen: Mit dem Nano Innovation Award 2026 hat das Center for NanoScience (CeNS) der LMU zusammen mit CeNS-Ausgründungen erneut anwendungsnahe Promotionsarbeiten aus der Nanotechnologie ausgezeichnet. Prämiert wurden Lars Richter vom Department für Chemie der LMU für eine neuartige Einzelmolekül-Mikroskopiemethode, Felix Sieber-Schäfer vom Department für Pharmazie der LMU für KI-gestützte Nanocarrier zum Transport therapeutischer RNA sowie Svetozar Gavrilovic vom Max-Planck-Institut für Biochemie für DNA-Strukturen, deren Aufbau sich durch Licht steuern lässt.

Der CeNS Nano Innovation Award würdigt jährlich innovative Promotionen mit Anwendungs- und Transferpotenzial im Bereich der Nanowissenschaften. Er richtet sich an Promovierende in Bayern, deren Arbeiten neue Lösungsansätze für aktuelle wissenschaftliche und technologische Herausforderungen eröffnen. Zugleich soll der Preis junge Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler schon in einer frühen Karrierephase ermutigen, das Anwendungspotenzial ihrer Forschung zu erkennen und weiterzuverfolgen.

Vier Preisträger des CeNS Nano Innovation Award präsentieren ihre Urkunden und Holzpokale vor dem Veranstaltungsbanner am Brunnen auf dem Geschwister-Scholl-Platz vor dem Hauptgebäude der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU).

Die Preisträger Felix Sieber-Schäfer, Lars Richter und Svetozar Gavrilovic vor dem LMU-Brunnen. Ganz links: Michael George, CTO von Nanion Technologies, stellvertretend für die preisgeldstiftenden Spin-offs und Mitglied der diesjährigen Jury

© Christoph Hohmann

Gezielte Entwicklung statt aufwendigem Ausprobieren

Preisträger Lars Richter entwickelte in seiner Forschungsarbeit Dynamic Structural Biology with GETvNA in der Arbeitsgruppe von Professor Philip Tinnefeld eine Einzelmolekül-Mikroskopiemethode mit. Sie nutzt DNA-Nanotechnologie, um DNA-Stränge senkrecht auf Graphen, einer extrem dünnen Kohlenstoffschicht, anzuordnen. Über die Fluoreszenz eines Farbstoffs lässt sich messen, wie sich DNA oder DNA-Protein-Komplexe dynamisch verändern. So macht die Methode Bewegungen und Strukturänderungen von DNA mit sehr hoher räumlicher und zeitlicher Auflösung sichtbar.

Felix Sieber-Schäfer arbeitete in seiner Promotion Machine Learning-Enhanced Molecular Dynamics for the Prediction and Optimization of RNA Nanocarrier Systems in der Arbeitsgruppe von Professorin Olivia Merkel an datengetriebenen Methoden für die Entwicklung von RNA-Trägersystemen. Dabei verband er maschinelles Lernen, molekulardynamische Simulationen und experimentelle Formulierungsforschung, um geeignete lipid- und polymerbasierte Nanopartikel systematischer zu identifizieren. Ziel war es, RNA-Nanocarrier nicht mehr vor allem durch aufwendiges Ausprobieren, sondern mithilfe von Daten, Simulationen und Experimenten gezielter zu entwickeln.

DNA-Strukturen mit Licht steuern

Svetozar Gavrilovic entwarf in seiner Doktorarbeit Light-Gated Assembly of Membrane-Bound DNA Filaments as Synthetic Cell Modules in der Arbeitsgruppe von Professorin Petra Schwille eine Plattform, mit der sich DNA-Strukturen durch Licht gezielt auf künstlichen Membranen aufbauen lassen. Dafür werden DNA-Bausteine verwendet, die erst durch UV-Licht an bestimmten Stellen aktiviert werden. So lässt sich steuern, wann und wo die Strukturen wachsen. Dies kann helfen, Vorgänge an Zellmembranen kontrolliert nachzubilden und besser zu verstehen. Langfristig könnten daraus Ansätze für künstliche Zellsysteme oder membranähnliche Materialien entstehen.

Alle drei Preisträger arbeiten in Forschungsgruppen, die dem CeNS-Netzwerk angehören. Der Nano Innovation Award 2026 wird vom CeNS in Kooperation mit den Firmen attocube systems, ibidi, Nanion Technologies und NanoTemper Technologies verliehen. Die vier CeNS-Ausgründungen stellen die Preisgelder in Höhe von 4.000, 3.000 und 2.000 Euro bereit. NanoTemper Technologies wurde von Dr. Philipp Baaske mitgegründet, der heute Vizepräsident für Entrepreneurship der LMU ist.

„Aus exzellenter Forschung entstehen die marktführenden Unternehmen von morgen“, so Baaske. „Und diese Marktführer haben die Verpflichtung, unsere nächste Generation wissenschaftlicher Gründerinnen und Gründer zu unterstützen. Als Mitgründer von NanoTemper Technologies und als Vizepräsident Entrepreneurship der LMU ist der Nano Innovation Award eine Herzensangelegenheit für mich.“

Die Preise wurden am 17. Juli bei der Karriereveranstaltung „CeNS meets Industry“ an der Fakultät für Physik der LMU verliehen.

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